Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Regensburg

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Inhalt: Einweihung Außenbezirk Deggendorf und Schiffstaufen


Einweihung ABZ Deggendorf 2014

Bild: Segnung und Schlüsselübergabe des neuen Außenbezirks Deggendorf

Schiffstaufen im WSA Regensburg 2014

Bild: Vier Schiffstaufen des WSA Regensburg

Einweihung des Außenbezirks in Deggendorf und vier Schiffstaufen am 16. Juli 2014

Große Investitionen für das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg

Wichtiger Tag für das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Regensburg und die Donau: Am heutigen Mittwoch hat Amtsleiter Rolf Diesler mit geladenen Gästen und Kollegen in Deggendorf das neue Dienstgebäude eingeweiht und vier Schiffe getauft. "Jetzt können wir unsere Aufgaben noch besser erfüllen", sagte Diesler, der mit seinen Mitarbeitern für die Wasserstraße Donau zwischen Kelheim und der österreichischen Grenze bei Passau verantwortlich ist. "Dass das Bundesverkehrsministerium in Zeiten großer Reformen so massiv investiert, freut mich sehr." Insgesamt flossen sieben Mio. Euro an das WSA Regensburg und seine vier Außenbezirke (ABz) Regensburg, Straubing, Deggendorf und Passau.

Die Schiffe Nie zuvor gab es vier Schiffstaufen für den Bund. Jeder der vier Außenbezirke im Bereich des WSA Regensburg erhielt am Mittwoch ein neues Arbeitsschiff, benannt nach Zuflüssen der Donau: Die MS Naab für Regensburg, die MS Kinsach für Straubing, die MS Schwarzach für Deggendorf und die MS Inn für den ABz Passau. Die bisherigen Schiffe Amsel, Drossel, Fink und Star hatten nach 19 Jahren ihre Pflicht mehr als erfüllt: Ihre Nutzungsdauer war auf 15 Jahre angelegt. Alterung und Verschleiß hatten den Betrieb laufend verteuert. Zuletzt fielen die Schiffe jeweils vier bis sechs Wochen jährlich aus, weil sie für durchschnittlich über 20.000 Euro repariert werden mussten.

Zwei weitere Aspekte waren bei der Neuanschaffung wichtig: Früher wurden die Schiffe vor allem benötigt für Aufsichtsdienst und leichtere Transportaufgaben. Jetzt müssen sie robuster sein, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, unter anderem Sicherung der Fahrstrecken, Setzen von Verkehrszeichen, Kontrolle der Fahrrinne, Uferarbeiten vom Wasser aus oder auch Einsatz bei Havarien. Außerdem hatte das WSA Regensburg die Möglichkeit, gemeinsam mit der Fachstelle für Maschinenwesen in Koblenz nach einer europaweiten Ausschreibung die neuen Schiffe zu bestellen.

Die Schiffswerft Barthel in Derben an der Elbe bekam Ende 2011 den Auftrag. Trotz schwieriger Bedingungen beim Bau wegen des Elbehochwassers im Juni 2013 wurden sie nahezu pünktlich geliefert. Da an der freifließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen besondere nautische Bedingungen herrschen, wurden die Schiffe als Zweischraubenschiffe nach Rheinstandard gebaut. Sie sind jeweils 20,30 Meter lang, 4,83 Meter breit und bei gelegtem Mast 4,30 Meter hoch. Der Tiefgang beträgt 1,10 Meter. Jeder der beiden IvecoMotoren leistet bei 2000 Umdrehungen/Minute 243 kW, also 650 PS. Die Schiffe sind fast 20 km/h schnell. Für die Schiffe hat der Bund insgesamt über 4,1 Millionen Euro ausgegeben, also je Schiff über 1 Million.

Das Gebäude Das Gelände des Außenbezirks Degendorf liegt direkt an der Donau, unterhalb der Autobahnbrücke, und damit im Bereich des Hochwassers. Beim Junihochwasser 2013 wurde der Altbau aus dem Jahr 1950 so schwer beschädigt, dass er abgerissen werden musste.

Ein neues Büro- und Sozialgebäude war bereits seit längerem geplant. Der Rohbau war zum Junihochwasser bereits hochwasserfrei errichtet. Zur Sicherheit ruht das Fundament auf Säulen, die neun Meter tief in den Boden ragen. Das behindertengerechte Hauptgebäude hat etwa 450 Quadratmeter Grundfläche und wurde so ausgebaut, dass es die Vorgaben der Energieeinsparverordnung sogar noch um etwa ein Drittel übertrifft.

Zusätzlich zu diesem Büro- und Sozialgebäude mit etwa 1,5 Millionen Euro Kosten müssen noch die abgerissene Werk- und Lagerhalle ersetzt und die Außenanlagen angelegt werden, außerdem stehen Restarbeiten an. Dafür rechnet das WSA Regensburg mit etwa 1,4 Millionen Euro Kosten.

Die Gastredner "Heute gibt es in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nach langer Zeit einen wunderschönen Grund zu feiern", sagte Heinz-Josef Joeris, Abteilungsleiter Wasserstraßen bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), über die vierfache Schiffstaufe und die Einweihung. "Denn der bisherige Rekord lag bei drei."

Joeris erläuterte die Aufgaben: "Die Vierlinge werden hier an der Donau als Arbeitsschiffe eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass der Schiffsverkehr auf der Donau weiterhin problemlos laufen kann, dass umweltschonend vom Wasser aus an den Ufern gearbeitet und dass Kontrollen am Strom und an den Böschungen auf hohem Niveau durchgeführt werden können." Schmunzelnd bat Joeris die Mitarbeiter des WSA: "Bitte verraten Sie den Kollegen am Rhein nicht, dass Ihre Schiffe hier an der Donau länger sind. Auch wenn es nur zwölf Zentimeter sind!"

Wie wichtig der Neubau des Dienstgebäudes und der Kauf der vier Schiffe waren, machte der stellvertretende Landrat Josef Färber deutlich: "Deggendorf liegt an der Donau", sagte er. "Das weiß spätestens seit dem letztjährigen verheerenden Hochwasser die ganze Republik." Die Bundeswasserstraße Donau benötige intensive Betreuung, Unterhaltung und Baumaßnahmen. "Dazu gehört auch die Gewährleistung des Hochwasserabflusses, nicht jedoch des Hochwasserschutzes. Für Letzteres ist bekanntermaßen das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf zuständig."

Oberbürgermeister Dr. Christian Moser ging in seinem Grußwort noch weiter und nutzte es für einen Appell, das WSA Regensburg im Zuge der Reform zu erhalten: "Wir brauchen die Außenstelle in Deggendorf für den flussbaulich schwierigen Bereich vor Ort, besonders vor dem Hintergrund der Hochwassersituation an der Donau und dem angestrebten Hochwasserschutz mehr denn je."